:: Einen Holzofen zu betreiben in unserer Zeit ist ein Anachronismus. Für mich ist nichts anderes mehr denkbar.
:: Anders als beim Brennen im Gas- oder Elektroofen erfordert der holzbeheizte Ofen einen enormen Kraft- und Zeitaufwand. Ein ganzheitlicher Prozess wird hier in Gang gesetzt. Das Zusammenspiel von Material, Lage der Stücke im Brennraum, Temperatur, Ascheanflug und der Wechsel der Atmosphären bringt die spezielle Ästhetik der Oberfläche.
:: Trotz aller Erfahrung ist das Ergebnis nicht vorhersehbar und jeder Brand eine neue Herausforderung. Wenn man bereit ist, dieses Risiko einzugehen und auch Tiefschläge immer wieder wegzustecken, wird man reichlich belohnt! Einmal durch den Genuss des unmittelbar beteiligt seins am Prozess und dann natürlich, wenn man die Ergebnisse dieser Mühe in den Händen hält, den Flammenspuren noch mal mit den Augen folgt.
:: Mein Ofen entstand 1994. Ich brenne etwa 4 mal im Jahr. Ein Brand dauert 2 Tage. Am ersten Tag heize ich den Ofen nur trocken. Der nächste Tag beginnt dann sehr früh am Morgen und endet nach ca. 20 Stunden ununterbrochenem Heizen. Der Ofen braucht beständige Aufmerksamkeit und einen sich der steigenden Temperatur anpassenden Rhythmus des Heizens.
Keine Pause, sich nicht ablenken lassen.... 3 bis 4 Festmeter gut getrocknetes Holz sortiert nach Stärke muss vor dem Brand bereitliegen.
:: Wenn es dunkel wird erscheint der Fuchs. So heißt es, wenn die Flamme kräftig genug ist, um oben aus dem Schornstein zu schauen. Am Ende des Brandes wird Kochsalz vermischt mit Sägespänen in die Feuerung geworfen und bildet mit dem Scherben eine Glasurhaut. Die sich bildende Glasur heißt deshalb Salzglasur. Durch den direkten Kontakt mit dem Feuer einstehen lebendige, von den Flammen gezeichnete Oberflächen.
:: Dann heißt es tagelang warten....
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